Angefangen hat alles 1966 mit der Grundschule als so genanntes I-Männchen. Mensch, was war ich stolz auf meine Schultüte und die vielen Süssigkeiten.
10 Jahre später war es dann ein erfolgreicher Realschulabschluß, auch wenn die Eltern gerne noch das Abi gesehen hätten. Ich hatte aber die Nase voll von der Schule.
Mit viel Glück und Beziehungen begann ich 1976 nach erfolgreichem Einstellungstest eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Diese schloss ich dann 1979 erfolgreich ab.
Nach 15 Monaten "Erziehung" bei der Bundeswehr war ich noch fast 20 Jahre in der Ausbildungsfirma tätig. Leider gingen dort langsam die Lichter aus und 2 Jahre lang war ich arbeitssuchend.
Um nicht immer wieder von Absagen meiner Bewerbungen enttäuscht zu werden, fing ich nebenbei an, Zeitungen auszutragen. Schon sehr rasch wurde daraus ein "Full Time Job" und ich stand endlich wieder in Lohn und Brot.
Es tat sich aber auf, dass ich schon während der "Bezahlung" vom Arbeitsamt eine Weiterbildung zum Call Center Agent machen durfte. Tja, und nach einem erfolgreichen Einstellungstag war ich seit 1999 bis zum 30.04.2008 in der telefonischen Kundenberatung der T-Mobile tätig, neu Deutsche Telekom Kunderservice.
Jetzt kämpfe ich zwar um meine EU-Rente, will aber nicht unerwähnt lassen, dass ich förmlich aus der Firma geekelt wurde. Vom Arzt wurde ich wegen meines labilen Zustandes von der Telefonie befreit. Im Call Center nicht zu an der strippe zu hängen bedeutet, man liefert keine Zahlen mehr. Mein Abteilungsleiter, Herr Jürgen P., nahm das als Anlass, mich ziemlich heftig zu mobben. Was ich davon halte, äußere ich hier nicht, die Herrschaften in den Führungsetagen sind nämlich sehr empfindlich.
Das passt eigentlich nicht zusammen, trotzdem habe ich es 1989 im "Offenen Kanal Dortmund" zunächst mal ausprobiert. Die ersten Sendungen produzierte ich vor, d.h. ich kam aus der Konserve.
Weil das aber nicht so spannend war, stieg ich bald auf "Live" um. Oh Gott, meine erste Livesendung war ein völliger Reinfall, aber gerade diese Tatsache trieb mich, weiter zu machen. Das Lampenfieber war bald vergessen, schwieriger war es, ein akzeptables Hochdeutsch zu sprechen. Da haben die Menschen rund um Hannover die wenigsten Probleme.
So habe ich Sendung für Sendung daran gearbeitet.
Trauig war es, als der Hörfunkbetrieb eingestellt werden musste. Glück im Unglück, das Krankenhausradio "Forum 7" suchte Menschen, die Spass daran hatten, Radio zu machen.
Das waren insgesamt sehr schöne 8 Jahre in diesem Medium, die ich nicht mehr missen möchte.
Schließlich halfen sie mir, selbstsicherer zu werden, denn eine meiner Eigenschaften war Schüchternheit.
Wer mich heute erlebt, kann sich das nur schwer vorstellen. Immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, frei nach dem Motto, das Leben ist zu kurz für ein langes Gesicht.